In eigener Sache

Die Geschichte hinter der Geschichte

An dieser Biografie habe ich selbst 15 Jahre gesammelt. Sie ist ohne Kenntnisse oder Erfahrung, die ein Autor braucht entstanden. Deshalb war mein Ergebnis dieser 15 Jahre allerhöchstens eine unstrukturierte Stoffsammlung.

Das Werk selbst bezeichnen wir in dem Zustand ruhig als „Leichnam“. Ein Telefonbuch bietet mehr Unterhaltung. Darum ging es mir nicht. Ich war vom Inhalt begeistert. Ich bewahre etwas, von einer Wahrheit, die verloren gegangen ist. Ein Stück Ungerechtigkeit wird verhindert. Das war mir viel wichtiger, als den Leser zu unterhalten.

Ich wollte die Geschichte anderen zeigen. Also gab ich meine Stoffsammlung einer begabten und sehr erfahrenen Lektorin. Die fand Gefallen an meiner Einleitung und hat den Job übernommen. Für relativ wenig Geld gab sie der Biografie eine Struktur und fügte Dialoge ein. Es war zwar nicht mehr 100% meine Geschichte, aber etwas, was andere Menschen lesen konnten.

Im übertragenen Sinne nahm sie den Leichnam, zog ihm einen Anzug an, schminkte ihn und drückte ihm zum Abschluss noch einen Strauß Blumen in die gefalteten Hände. Ok, das sieht nach etwas aus und ich war sehr zufrieden. Mir war gar nicht bewusst, dass dieser Leichnam nicht auf einer Bühne stehen konnte, um Publikum zu unterhalten. Er sah doch gut aus…

Zunächst fand ich damit meinen Frieden. Um einen Leser zu unterhalten, gehört doch etwas mehr. Da muss von Anfang an das Handwerkszeug und die Grundlagen eines Autors zum Einsatz kommen. So ein komplettes Werk neu zu schreiben, kann ich von keiner Lektorin erwarten. Meine Lektorin hat bereits unglaubliches geleistet. Dennoch bin ich jedem Dankbar, der in seiner Bewertung den Hintergrund gesehen und das Werk nicht zerrissen hat.

Ja, die Biografie hat eine Botschaft und die möchte ich in einem Roman herausarbeiten. Inzwischen habe ich mir viel angeeignet und andere Romanprojekte gestartet. Autor wird man nur durch das Schreiben. Meine Lektorin hat mich auf den Weg gebracht und ich habe den Federhandschuh aufgenommen. Reicht es schon, für so einen Roman? Ich habe noch kein weiteres Buch vermarktet…

Wie immer habe ich ein gutes Gefühl. Ein gutes Gefühl zu haben, bedeutet bei mir tatsächlich nicht viel. Demnächst bringe ich meinen ersten Jugendroman / SciFi heraus. Sehr schöne Geschichte. Handwerklich noch nicht perfekt, wird der zweite Teil bestimmt noch einmal besser. Der ist beits komplett geplant und liegt für November (NaNoWriMo) in der Schublade.

Was ich hier ankündigen möchte, ist ein Roman zur Biografie. Ich bin immer noch „Autor in Ausbildung“ und werde es auch bleiben. Nach besten Wissen und Gewissen - zur Unterhaltung der Leser und Vermittlung der Aussage, die bereits meine Biografie in groben Zügen enthält. Allerdings gut vor dem Leser versteckt. Sie werden es nicht bereuen, den spannenden und lehrreichen Roman gelesen zu haben. Ich möchte den Rahmen schaffen, den diese Geschichte verdient. Heute gibt es unzählige harte Schicksale. Es geht hier nicht um Härte. Sondern um verstehen. Warum ist dieses Land nie das, was es zu sein scheint?

Die Antwort (aus meiner Perspektive) gebe ich Anhand einer wahren Geschichte. Meiner Geschichte.

Danke für Ihre Geduld und Unterstützung.


© Jan Lütke 2018